In Kürze
Indiaca bezeichnet ein Rückschlagspiel, welches auf südamerikanische Wurzeln zurückgeführt wird. Das Spiel ist eine Mannschaftssportart, das ähnlich wie Volleyball auf einem durch ein Netz getrennten Spielfeld gespielt wird. Spielgerät ist die gleichnamige Indiaca (auch: Indiacaball), die mit der flachen Hand geschlagen wird.
Meisterschaften
In Deutschland gibt es zwei Dachverbände, in denen Indiaca intensiv gespielt wird: Den Deutschen Turner Bund (DTB) und den Christlichen Verein junger Menschen (CVJM). Beide Verbände tragen deutschlandweite Meisterschaften aus.
Im Deutschen Turner Bund:
Landes-, Regional- und Deutsche Meisterschaften
Mitglied in der Internationalen Indiaca Assoziation (IIA)
Im CVJM:
Landes- und Deutsche Meisterschaften
Deutsche Indiaca Liga
In der Internationalen Indiaca Assiziation:
Weltmeisterschaft
Worldcup
Internationale technische Vorgaben und Regelwerke
Turnierball
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Die Indiaca ist ein etwa 25 cm großer Federball, der mit der flachen Hand geschlagen wird. Oberhalb eines Schlagpolsters sind mittels eines Verbindungsstücks aus Kunststoff vier Führungsfedern befestigt die bewirken, dass das Spielgerät immer schlaggerecht mit dem Schlagpolster voran auf den Mitspieler bzw. Gegner gespielt wird.
Als Spielgerät wird weltweit das Modell "Indiaca-Turnier" eingesetzt. Es wird in Deutschland exklusiv von der Fairma Tunturi in Solingen (www.tunturi.de) hergestellt und vertrieben.
Spielgedanke
Der Spielgedanke ist sehr ähnlich zum Volleyball.
Doch es gibt ein paar Unterschiede:
Zwei Mannschaften mit je 5 Spielern stehen sich in einem Spielfeld, durch ein Netz getrennt, gegenüber. Ziel ist es, die Indiaca regelgerecht so übers Netz zu spielen, dass sie im gegnerischen Feld den Boden berührt oder der Gegner einen Fehler begeht (= Punktgewinn).
Innerhalb einer Mannschaft darf die Indiaca dreimal geschlagen bzw. berührt werden (mit der Hand oder dem Unterarm bis zum Ellenbogen), aber nicht zweimal direkt hintereinander vom gleichen Spieler (Ausnahme: Block). Spätestens mit dem dritten Kontakt muss die Indiaca also übers Netz zum Gegner gespielt werden. Indiaca wird mit einer Hand gespielt (Ausnahmen: beim Block und bei der Abwehr eines Angriffschlages dürfen beide Hände gleichzeitig die Indiaca berühren).
Die Indiaca wird durch einen Aufschlag ins Spiel gebracht. Der Spielzug geht solange weiter bis die Indiaca zu Boden fällt oder eine Mannschaft einen Fehler/Regelverstoß begeht. Der Gewinner des Spielzugs bekommt einen Punkt.
Bei einem Fehler der aufgebenden Mannschaft erhält die Gegenmannschaft zugleich auch das Aufschlagrecht und alle Spieler dieser Mannschaft wechseln im Uhrzeigersinn um eine Position (Rotation). So nehmen im Laufe des Spieles alle Spieler Angriffs- und Verteidigungsaufgaben wahr.
Sieger eines Spieles ist die Mannschaft, die als erste 2 Sätze gewonnen hat.
Ein Satz wird gewonnen von der Mannschaft, die zuerst 25 Punkte erzielt hat.
Geschichte
Auch wenn Indiaca ursprünglich aus Südamerika stammt - die Keimzelle des modernen Indiaca-Sports liegt zweifelsfrei in Deutschland und ist mit zwei Namen fest verbunden: Karlhans Krohn und Heinz Karl Kraus.
Der deutsche Sportlehrer Karlhans Krohn "entdeckte" im Jahr 1936 beim Spaziergang an der Copacabana das brasilianische Peteka-Spiel und importierte es in seine Heimat. Es wird angenommen, dass die Urform der Peteka wahrscheinlich ein archaischer Federball aus zusammengelegten Maisblättern ist, den Forscher bei Indianerstämmen Nordost-Boliviens entdeckt hatten. In einer Wortkombination aus Indianer und Peteka nannte Krohn seinen ersten serienreifen Ball "Indiaca". Anfang der 50er Jahre wurde die Spielidee zunächst in Baden-Württemberg von kirchlichen Jugendgruppen aufgenommen. Einen großen Schub bekam die junge Sportart Anfang der 70er Jahre, als der Dachverband des Deutschen Sports, der Deutsche Sportbund (DSB) Indiaca zweimal als "Spiel des Jahres" auszeichnete. In der Folgezeit bildeten sich dann auch außerhalb der kirchlichen Jugendarbeit die ersten Vereine und begeisterten sich für die Spielidee. Die Indiaca ist übrigens auch heute noch teilweise ein Naturprodukt: die Federn werden von Putenfarmen aus den USA importiert!
Krohn dachte sich das Spiel ursprünglich als reines Freizeitspiel, doch rasch entwickelte sich das Spiel zu einer echten Turniersportart. Bereits 1968 richtete der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) erste Meisterschaften aus. In den folgenden Jahren schaffte es Heinz Karl Kraus, Indiaca als Turnspiel im Deutschen Turnerbund (DTB) zu verankern und zahlreiche Vereine dort zu organisieren. Das zunächst zarte Pflänzchen wuchs schnell weiter: 1990 wurde in Deutschland erstmals ein einheitliches Regelwerk geschaffen, 1991 wurde dem DTB vom DSB das Alleinvertretungsrecht für Indiaca in Deutschland zuerkannt und seit 1998 finden regelmäßig Deutsche Meisterschaften statt. Informationen zu den Deutschen Meisterschaften findet ihr unter dem Punkt "Indiaca-Events" für das aktuelle Jahr bzw. in unserem "Archiv" für die Vorjahre.
Neben dem nationalen Bereich kümmerte sich Kraus aber von Anfang an auch um internationale Kontakte. Bereits beim Deutschen Turnfest 1987 in Berlin konnten Teilnehmer aus Luxemburg begrüßt werden, und bereits kurz darauf entstanden Kontakte in die Schweiz und nach Japan. Am 26.05.2000 wurde in Berlin die Internationale Indiaca Association (IIA) gegründet, die im August 2001 in Tartu / Estland die ersten Indiaca-Weltmeisterschaften.
Bis zur Entwicklung des heute verwendeten Turnier-Indiacas war etwas Entwicklung notwendig. Auf den Bildern sind einige Urformen des Indiacaballes zu sehen.
Auf den beiden Bildern sind verschiedene Spielgeräte, die seit 1953 verwendet wurden, zu sehen. Das schwarzrote Modell auf dem linken Bildist die Urform, die Karlhans Krohn nach seiner Rückkehr aus Brasilienentwickelte. Damals wurde noch mit drei Federn gespielt, die sternförmig gesteckt werden mussten (siehe Federsätze links). Das Modell mit den blauen Federn auf dem gleichen Bild ist das Modell, für das Krohn später das Patent erhielt.
Auf dem rechten Bild sieht man die modernen Entwicklungen, darunter auch ein Modell der heute in Brasilienverwendeten Peteca (mit den weißen Federn), sowie Imitate aus Fernost (dritte von links) und aus der ehemaligen DDR (rechts daneben).




